Ich nix Deutsch
oder
DAF als Fortbildungsmaßnahme
DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE ist ein brandaktuelles Thema vor dem auch unsere Wirtschaft nicht die Augen verschließen darf. Viele Mitarbeiter in Firmen sind Fremdsprachler, ihre Muttersprache ist nicht die deutsche Sprache. Anstatt die Hoffnung zu hegen – die Hoffnung ist des Kaufmanns Feind – , die deutsche Sprache wird im Alltag erlernt, gibt es die Möglichkeit durch strukturierte und fokussierte Sprachschulung diesen Mitarbeitern zeitnah und schnell die Sprache so zu vermitteln, dass sie als vollwertige Mitarbeiter ihren Beitrag leisten können. Alte Weisheit: zufriedene Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter!
Einige Vorüberlegungen sind notwendig, bevor ein gezieltes Schulungsprojekt konzipiert und durchgeführt werden kann. Der Planung eines jeden Kurses geht die Klärung mehrerer Faktoren voraus!
Dauer, Stundenaufwand und die Zielgruppe sind unbedingt zu klären. Jeder Faktor beeinflusst entscheidend Methodik und Didaktik, d. h findet seine Ausprägung im Schulungskonzept.
Allein die Aussage die Zielgruppe sind erwachsene Lerner, bringt folgende Überlegungsmaschinerie in Gang.
Wenn es z. B. erwachsene Lerner sind, die für berufliche Zwecke Deutsch lernen, wäre es interessant zu wissen, ob die Lerner aus eigener Motivation die Fremdsprache erlernen wollen oder ob der Arbeitgeber sie dazu verpflichtet hat. Die eigene Initiative bedeutet einen höheren Motivationsgrad. Um die Ausgangsposition der Teilnehmer zu definieren, muss ein Diagnosetest gemacht werden. Der Vorteil dieser Diagnose zu Beginn ist, dass kein unnötiger Stoff Platz im Unterricht einnimmt, weiter muss der Lernzuwachs während des Kurses überprüft werden. Lerner können eine ständige Kontrolle zur eigenen Überprüfung nutzen und auch neue Motivation daraus schöpfen, wenn die Ergebnisse positiv sind. Aber auch negative Ergebnisse können mit Geschick in Motivation umgewandelt werden, " jetzt erst Recht", so wie positive Ergebnisse eventuell zum Ausruhen verleiten können. In jedem Fall sind Tests zu Anfang und den Unterricht begleitend notwendig, um eine Diagnose zu erstellen. Nur so kann der Lernzuwachs erfasst werden. Am Ende eines Kurses sind Abschlusstests üblich. Der oben genannte Sachverhalt zeigt aber, dass solche Tests heikle pädagogische Instrumente darstellen. Wünschenswert wären Urteile über Leistungsvermögen, doch ist es in der Arbeitswelt oft erforderlich Beurteilungen zum Schluss eines Kurses quantitativ, d.h. mit Benotung, auszuschreiben. Dies kann zu falschen Beurteilungen des Leistungsvermögens führen, denn es gibt viele Gründe, warum ein Prüfungsmoment (= punktuelle Überprüfung) die Leistungsfähigkeit bzw. den Leistungsstand eines Lerners nicht korrekt erfasst.
Die Gesamtproblematik der anfänglichen, begleitenden oder eventuell abschließenden Testverfahren beinhaltet das Phänomen der Beurteilung. Es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Beurteilungen oft persönliche Einschätzungen sind. Viele Lehrer beurteilen eine Arbeit unterschiedlich. Deshalb muss die Objektivität eines Tests bedacht werden. Objektive Tests haben strenge Maßstäbe, d.h. Fehlerkategorien müssen definiert werden und ein Punktesystem soll die Grundlage der Beurteilung sein. Es muss klar sein, welche Fähigkeit geprüft werden soll. Es ist eben ein Unterschied ob Ärzte oder Nachrichtensprecher die Zielgruppe sind, denn für die Auswahl des zu erlernenden Wortschatzes und der Fertigkeiten ist dies entscheidend. Nachrichtensprecher müssen mehr Sprechfertigkeit ausbilden als Ärzte; diese müssen sicherlich mehr ihr Leseverständnis ausprägen. Die Problematik der Erlernens einer Fachsprache kann und soll nicht Gegenstand dieser Darstellung sein. Es sei aber darauf hingewiesen, dass das Erlernen der Deutschen Sprache fast immer mit berufs- und fachsprachlichen Absichten verbunden ist und der erteilte Unterricht meist allgemein-sprachlich orientiert ist und so den Lernern nicht gerecht wird. Es ist unmöglich zu sagen, welche Testformen die geeigneten sind. Eine Art, wie getestet werden kann, ist der Aufsatz. Dafür spricht, dass sämtliche sprachliche Bereiche überprüft werden, doch gibt es große Beurteilungsschwierigkeiten. Eine andere Form geläufiger Testverfahren sind Übersetzungen, wobei Übersetzungen nichts über die allgemeine Sprachkompetenz aussagen und eigene Techniken erfordern, die nicht im fremdsprachlichen Unterricht vermittelt werden.
Abschließend sei gesagt, dass Tests objektiv, valide und reliabel sein müssen und den zu überprüfenden Fertigkeiten genau entsprechen müssen, und immer nur eine Fertigkeit in einer jeweiligen Übung abgeprüft werden kann.
Diese Gedanken müssen in einer Schulung alle umgesetzt werden, sonst ist der Alltag doch der bessere Lehrmeister!
Dra. Dagmar Schwarz
Geschäftsführerin Fourpeople GmbH
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Schüler lernen in Lindau